Waldbrände in Kanada: Schweizer erlebt Inferno hautnah mit

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Waldbrände«Du kannst nicht einfach schlafen gehen» – Schweizer erlebt Inferno

In Kanada wüten seit Wochen starke Waldbrände – wohl die intensivsten in der Geschichte des Landes. Ein Schweizer erlebt das Feuer in British Columbia hautnah mit.

Aus seinem Garten verfolgt Marco (26) die Waldbrände in Kanada mit.20min/News-Scout

Waldbrände in Kanada: darum gehts

  • Marco (26) aus der Schweiz lebt in Kanada in der Nähe von Kelowna.
  • Dort wüten heftige Waldbrände.
  • Noch müsse er sein Haus nicht verlassen – doch die Flammen kämen immer näher.

Marco (26) lebt seit Februar dieses Jahres in Lake Country, Kanada. Die Stadt liegt rund 15 bis 20 Autominuten nördlich von Kelowna, wo gerade heftige Waldbrände wüten. «Es ist beklemmend – die Flammen sind nun etwa fünf Kilometer von unserem Haus entfernt», erzählt er gegenüber 20 Minuten. Von allen Seiten kämen die Flammen näher.

«Man riecht den Rauch und mein Garten ist voll mit Asche – sogar kleinere Äste wurden bis hierher getragen», erzählt Marco. Am Donnerstagnachmittag seien plötzlich die Rauchsäulen am Horizont aufgetaucht, bereits am Freitagmorgen sei er von Nachbarn aus dem Bett geklingelt worden.

Universität evakuiert, Feuer «springt» über den See

«Sie sagten mir, dass das Feuer immer näher kommt und ich meine Sachen packen soll», so der 26-Jährige. Am Freitagnachmittag wurde die nahegelegene Universität evakuiert und zahlreiche Löschflugzeuge und -helikopter seien über die Stadt geflogen.

«Am Freitag war das Feuer sehr intensiv – und ‹sprang› über den See zu uns nach Lake Country über», so Marco. Aufgrund der neunstündigen Zeitverschiebung nach hinten ist es bei ihm gerade kurz nach Mitternacht, als 20 Minuten am Samstagmorgen mit ihm spricht.

Lake Country befindet sich nördlich von Kelowna. Am Freitag «sprang» das Feuer aus der westlichen Seite über nach Lake Country – trotz See dazwischen.
Lake Country befindet sich nördlich von Kelowna. Am Freitag «sprang» das Feuer aus der westlichen Seite über nach Lake Country – trotz See dazwischen.Screenshot: Cordemergency.ca

«Du kannst nicht einfach schlafen gehen»

«Die Menschen stehen tagsüber alle draussen, beobachten das Feuer und verfolgen die Evakuierungsmeldungen», erzählt Marco. Anwohnende und Nachbarn seien jedoch relativ gelassen – sie seien sich an Waldbrände gewöhnt. «Viele Leute hier haben eine Versicherung für Waldbrände.»

Marcos Haus befinde sich derzeit gerade noch ausserhalb der orangen Zone. «Bei orange soll man seine Sachen gepackt haben, bei rot heisst es fliehen», erklärt er. Angst oder Panik habe er nicht, aber: «Wenn du siehst, dass es einige Kilometer von dir entfernt lichterloh brennt, kannst du nicht einfach schlafen gehen.»

Facebook wird wegen Nachrichten-Blockade kritisiert

Die kanadische Regierung hat den Technologiekonzern Meta am Freitag aufgefordert, ein «rücksichtsloses» Verbot inländischer Nachrichten auf seinen Plattformen aufzuheben, wie die NZZ unter Berufung der Nachrichtenagentur Reuters schreibt. Dies, damit die Menschen Informationen über die Waldbrände im Westen des Landes weitergeben können. Die US-Firma Meta hatte im August als Reaktion auf ein neues Gesetz damit begonnen, Nachrichten auf den Plattformen Instagram und Facebook für alle Nutzenden in Kanada zu blockieren. Das Gesetz verpflichtet Internetfirmen, für Nachrichtenartikel zu zahlen. Kanadische Medien berichten, dass Leute bereits Screenshots von Informationen auf Facebook posten würden, weil sie Links zu Nachrichten nicht teilen könnten.
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Christina Pirskanen (pir) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist seit Januar 2024 Redaktorin in den Ressorts Politik sowie News und Gesellschaft.

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