Basel: Verlangt Eva Herzog Geld für persönliche Treffen?

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BaselPolitiker gratuliert Eva Herzog, dann will sie plötzlich Geld

Auf Instagram versuchen Betrüger, aus der Bekanntheit der neu gewählten Ständeratspräsidentin Eva Herzog Profit zu schlagen. Jetzt reagiert die Basler Politikerin.

Darum gehts

  • Auf Instagram verlangt ein Account, der sich als Eva Herzog ausgibt, Geld für ein Treffen mit der Politikerin. 
  • Das Profil der neu gewählten Ständeratspräsidentin sieht auf den ersten Blick seriös aus. 
  • Doch es handelt sich um ein Fake-Profil, das betrügerischen Zwecken dient. 

Am Montag wurde Eva Herzog (SP) aus Basel-Stadt zur Präsidentin des Ständerats gewählt. Zusammen mit ihrem Parteikollegen Eric Nussbaumer, der zum Präsidenten des Nationalrats gewählt wurde. Zum ersten Mal liegt das Präsidium beider eidgenössischer Räte in der Hand der beiden Basel. Ein Grund, zu feiern und den beiden zu gratulieren. Ersteres wurde am Mittwoch in einer grossen Feier in beiden Kantonen samt Bundesratsbesuch, Festakt und Galadinner erledigt. 

Gratuliert wurde den beiden sicherlich auch zuhauf. Mitunter auch über die sozialen Medien, so hatte es auch ein Basler Grossrat vor. Als er der neuen Ständeratspräsidentin Eva Herzog auf Instagram gratulieren wollte, erhielt er eine spezielle Antwort. Er könne Herzog persönlich treffen und müsse nur auf einen Anruf am nächsten Morgen warten, heisst es in der Chatnachricht. Doch plötzlich solle der Grossrat eine «kleine Überweisung machen», heisst es in einer weiteren Nachricht. Es scheint klar, bei diesem Profil handelt es sich nicht um die Politikerin, sondern um einen Fake-Account, der mit dem Namen von Eva Herzog betrügerischen Zwecken dient.

«Versuchen, Account löschen zu lassen»

Auf den ersten Blick sieht alles sauber aus, der Profilname, das Profilfoto und die Biografie sind gleich wie auf ihrem verifizierten X- Profil (ehemals Twitter). Zudem sehen die Beiträge seriös aus und der Account wurde unter anderem von dem Profil der Basler Grossrätin Jo Vergeat (Grüne) sowie dem der SP Baselland verlinkt. Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Eva Herzog jedoch, dass dieser Account nicht von ihr stammt.

«Wir haben Kenntnis von diesem Account und versuchen bereits, diesen löschen zu lassen», so Herzog. Bisher habe der Betreiber des Profils dieses nicht freiwillig löschen wollen, führt sie weiter aus. Angesprochen auf die Betrugsmasche ist Eva Herzog überrascht: «Davon weiss ich nichts.» Sie werde ihren Kollegen, der ihre anderen Accounts betreibt, darüber informieren.

Ein genauer Blick auf das Profil lohnt sich

Auffällig beim vermeintlichen Profil der Politikerin sind neben der relativ tiefen Zahl an Followerinnen und Followern für eine national bekannte Politikerin auch die Daten der Veröffentlichung der Beiträge. Beinahe alle Postings, auch wenn sie offensichtlich von verschiedenen Tagen stammen, wurden am 9. November veröffentlicht. Ausserdem wurde der Name des Profils bereits geändert, wie der Name zuvor lautete, ist nicht ersichtlich. Alles Zeichen dafür, dass es sich nicht um ein echtes Profil handelt

Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt kann sich auf Anfrage von 20 Minuten, gestützt auf das Amts- und Untersuchungsgeheimnis sowie die Strafprozessordnung nicht zu allfälligen hängigen Strafverfahren äussern. In diesem Fall «können strafbare Handlungen gegen die Ehre und den Geheim- oder Privatbereich des Strafgesetzbuches» infrage kommen, so Kriminalkommissar René Gsell von der Basler Staatsanwaltschaft.

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