ReifenwechselDiese Winterreifen schnitten im TCS-Test am besten ab
32 Winterreifen hat der TCS für die kalte Saison getestet, nicht alle schneiden gut ab. Welche Modelle überzeugen und was du sonst noch beachten musst.

Wann gilt die Pflicht für Winterreifen in der Schweiz?
In der Schweiz gibt es keine Winterreifenplicht. Allerdings gilt die Vorschrift, dass Fahrzeugführer jederzeit die Kontrolle über ihr Auto besitzen müssen, um ihrem sogenannten Vorsichtszwang nachkommen zu können. Deshalb raten Experten, Winterreifen ab einer konstanten Aussentemperatur von etwa sieben Grad zu nutzen. Damit ist man nicht nur auf der sicheren Seite, sondern im Falle eines Unfalls auch versichert. Denn wer im Winter mit Sommerreifen einen Unfall verursacht, läuft nicht nur Gefahr, seinen Führerschein zu verlieren und eine Strafe zu zahlen, auch die Versicherung kann sich weigern, zu bezahlen.

Welches sind die besten Winterreifen?
Bei der Wahl eines neuen Winterreifens kommt es vor allem auf die richtige Grösse an, andernfalls kann die Betriebserlaubnis erlöschen. Zweitens sollte der Winterreifen ein Schneeflocken-Symbol auf der Seitenwand haben. Eine gute Orientierungshilfe bei der Auswahl liefern auch die neusten Ergebnisse des TCS-Winterreifentests 2023/24.

Zum ersten Mal hat der TCS Winterreifen der Dimension 205/60 R16 92H, die sich für SUVs der unteren Mittelklasse eignen, getestet. Dazu gehören Modelle wie der VW T-Roc, der Audi Q2, der Hyundai Kona oder der Renault Captur. Zudem wurden Reifen der Grösse 225/45 R17 91H untersucht, eine der meistverkauften Winterreifendimensionen für Kompaktfahrzeuge der unteren Mittelklasse. Getestet wurde die Fahrsicherheit auf trockener, nasser und winterlicher Fahrbahn, sowie Verschleiss, Reifenabrieb, Effizienz, Geräusch und Nachhaltigkeit.
Testsieger bei den 16-Zöllern ist der Dunlop Winter Sport 5, die Endbewertung «nicht empfehlenswert» erhalten der Lassa Snoways 4 sowie der Austone Athena SP-901. Letzterer weist nicht nur den längsten Bremsweg auf nasser Fahrbahn aus, sondern auch die schlechtesten Aquaplaning-Eigenschaften.
Bei der meistverkauften Winterreifendimension 225/45 R17 91H für Kompaktfahrzeuge der unteren Mittelklasse wie VW Golf, Peugeot 308 und Fiat 500L, fällt das Fazit durchaus positiv aus. Von den 16 Reifenmodellen sind vier «sehr empfehlenswert» und elf «empfehlenswert». Einzig der Komoran Snow erhält das Prädikat «Nicht empfehlenswert». Zu den Testsiegern gehören der Continental Winter Contact TS870, der Michelin Alpin 6, der Goodyear Ultra Grip Performance + und der Dunlop Winter Sport 5.
Welches Profil sollten Winterreifen haben?
Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt in der Schweiz 1,6 Millimeter. Experten raten jedoch dazu, keine Reifen zu nutzen, die weniger als vier Millimeter Profil aufweisen. Mit dem «Zweifränkler-Test» kann man das ganz einfach überprüfen. Verschwindet der Sockel der Helvetia auf dem Zweifränkler im Profil, hat der Reifen noch genug Profil.

Welche Felgen eignen sich für Winterreifen?
Vor einigen Jahren riet man Autofahrern dazu, Winterreifen stets auf Stahlfelgen aufzuziehen, da kühle Temperaturen, Streusalz und Rollsplit Leichtmetallfelgen aus Aluminium schädigen und angreifen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Zwar ist Stahl robuster und widerstandsfähiger als Aluminium, doch moderne Alufelgen verfügen heutzutage über eine gute Schutzschicht.

Braucht es für ein E-Auto spezielle Winterreifen?
Elektroautos unterscheiden sich von herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor hinsichtlich Technologie und Nutzung. Für ein E-Auto sollte der Reifen unbedingt rollwiderstandsoptimiert sein. Zudem spielt die Verschleissfestigkeit eine wichtige Rolle, da Stromer ein sehr hohes und gleichmässiges Drehmoment haben. Hinzu kommt, dass E-Autos schwerer als konventionelle Autos sind, deshalb sollte der Reifen mehr Gewicht tragen können.

Wie schnell darf man mit Winterreifen fahren?
Je nach Winterreifen gelten unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten. Der Geschwindigkeitsindex befindet sich auf der Reifenflanke, dabei stehen die verschiedenen Buchstaben für unterschiedliche Tempostufen. Fährt ein Auto bis maximal 270 km/h und der Reifen hat einen Geschwindigkeitsindex H, also bis maximal 210 km/h, dann muss man in Deutschland einen Geschwindigkeitsaufkleber gut sichtbar auf dem Armaturenbrett anbringen – das gilt auch für Schweizer, die nach Deutschland fahren.
