EDA bestätigtDritter Schweizer auf den Philippinen ermordet
Auf der Insel Mindanao fand die Polizei die Leiche eines Genfers in einem Reisfeld. Offenbar wurde der 22-Jährige erstochen. Erst am Wochenende waren zwei Rentner getötet worden.
Am Wochenende wurden zwei Schweizer Rentner auf den Philippinen ermordet. Nun hat die Polizei erneut einen toten Schweizer gefunden. Wie das Newsportal «MindaNews» berichtet, handelt es sich dabei um den 22-jährigen Florian M., der in wenigen Tagen seinen 23. Geburtstag gefeiert hätte.
Der Tote wurde in einem Reisfeld aufgefunden und weist eine Stichwunde in der Brust auf - ausserdem eine Platzwunde am Kopf und blaue Flecken an einem Bein sowie am Rücken.
Der junge Mann stammt offenbar aus Genf. Am 24. September hatte er auf seinem Facebook-Profil seinen Umzug von der Westschweiz nach Surigao del Norte vermeldet. Die Polizei fand bei der Leiche seinen Führerausweis, mehrere Kreditkarten, Zigaretten sowie ein Kondom. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht klar. Ein Raubmord kann nicht ausgeschlossen werden - allerdings trug der Tote noch eine Goldkette sowie ein Armband aus Weissgold oder Silber. Anderen Spekulationen zufolge könnte auch eine Dreiecksbeziehung das Tatmotiv sein. Laut den Ermittlern fand man Reifenspuren. Es ist demnach möglich, dass M. in dem Reisfeld abgelegt, die Tat aber woanders verübt worden war.
M. war mit «John Lennon» unterwegs
Der Schweizer habe am Montag mit einem Begleiter in einem Gasthaus ganz in der Nähe des Fundorts der Leiche eingecheckt, teilte die Polizei laut «MindaNews» mit. Der Begleiter, der im Gasthaus den fiktiven Namen «John Lennon» angegeben habe, sei aber nicht auffindbar.
Ein Schweizer, der M. offenbar kannte, sagte zu «MindaNews», dass dieser ein fröhlicher Mensch gewesen sei und sich mindestens zwei Monate lang auf der Insel Siargao, die zur Provinz Surigao gehört, aufgehalten habe.
EDA warnt vor Mindanao
Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte den Tod des Schweizers. Die Botschaft in Manila stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden und das EDA habe die Angehörigen kontaktiert. Weitere Informationen gab das EDA aus Gründen des Datenschutzes nicht. Die «grundsätzliche Einschätzung» zu den Philippinen des EDA: «Bei Reisen auf die Philippinen ist der persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken.»
Mindanao - der Ort des Verbrechens - wird speziell erwähnt: Laut den Schweizer Behörden sind die Philippinen «mit verschiedenen Sicherheitsproblemen konfrontiert: Radikal-islamistische Gruppierungen operieren im Süden (besonders in Mindanao)». Zwar ist die Ortschaft des Leichenfunds nicht speziell erwähnt, doch es heisst allgemein über die Insel: «Seit Juni 2006 haben sich in Mindanao mehrere Bombenanschläge ereignet.» Viele Gebiete Mindanaos solle man ganz meiden - für alle anderen gelte: «Klären Sie bei Aufenthalten in den anderen Teilen Mindanaos vorgängig mit Ihrer lokalen Bezugsperson die aktuelle Sicherheitslage ab und befolgen Sie deren Ratschläge.»
Erst am Samstag ist in der Stadt Surigao gemäss lokalen Medien ein ehemaliger Politiker erschossen worden. Der aktuelle Bürgermeister Ernesto T. Matugas steht in der Kritik, weil er sich offenbar meist auf Reisen und nicht in der Stadt aufhält und nichts gegen die steigende Kriminalität unternimmt. (dia/sda)